Die schnellsten Passagierflugzeuge der Welt
Wir sind heute schneller unterwegs als je zuvor. 2019 hält diese Entwicklung weiter an, denn die Fluggesellschaften reagieren auf den Wunsch der Passagiere, mit den schnellsten Flugzeugen der Welt ans Ziel zu gelangen.
Schnellere Flugzeuge bringen die Welt näher zusammen
Seit den aufregenden Zeiten der Aérospatiale-BAC Concorde (1976 bis 2003) reizt es die Fluggesellschaften, die Grenzen von Reisen mit Überschallgeschwindigkeit zu testen. Die britisch-französische Maschine mit Turbojet-Antrieb, dem ikonisch schlanken Rumpf und der absenkbaren Nase setzte mit einer Maximalgeschwindigkeit von mehr als der doppelten Schallgeschwindigkeit (Mach 2,04) neue Maßstäbe – das entspricht einer Geschwindigkeit bei Erreichen der Reiseflughöhe von 1.354 Meilen beziehungsweise 2.180 Kilometern pro Stunde.
Verschiedene Gründe wurden angeführt, warum die Maschine in den Ruhestand geschickt wurde. Doch heute ist es allgemeiner Konsens, dass ein Mangel an Innovationen bezüglich der Gestaltung wie auch der Leistung des Flugzeugs dazu führten, dass British Airways und Air France das Projekt stoppten. Auch hohe Treibstoffkosten und die überschaubare Kapazität von 92 bis 128 Passagieren spielten eine Rolle.
Heutzutage sind schnellere Flugreisen jedoch wieder denkbar geworden. Drei Gründe spielen hierbei eine Rolle und haben perfekte Bedingungen in der Luftfahrtbranche geschaffen.
Technologische Entwicklung
Das Langstrecken-Aufklärungsflugzeug Lockheed SR-71 Blackbird, das von der US Air Force zwischen 1964 und 1998 eingesetzt wurde, ist mit 3,3 Mach (3.540 km/h) das schnellste Flugzeug. Bis jetzt. Forscher und Hersteller haben von den Fehlern der Concorde und der Tu-144 gelernt und sind eifrig dabei, nachhaltige Technologien für Überschallflugzeuge zu entwickeln.
Das Flugzeug X-59 QueSST (Abkürzung für Quiet Supersonic Technology – Geräuscharme Überschalltechnologie) wurde entwickelt, um das Problem des gefährlich lauten Überschallknalls zu überwinden. Es kann eine Geschwindigkeit von Mach 2,2 vergleichsweise leise erreichen. Der Jet ist Teil des NASA-Programms Low-Boom Flight Demonstrator und wird von Lockheed Martin zu einem Preis von 247,5 Millionen US-Dollar hergestellt. Die X-59 soll 2021 ausgeliefert werden und ab 2022 zu Testflügen starten. Viele erwarten, dass dieses Flugzeug Überschallreisen massentauglich macht.
Pilotenmangel und eine dramatisch wachsende Nachfrage nach Flugreisen

Laut einer Prognose der International Air Transport Association (IATA) soll sich die jährliche Nachfrage nach Flugreisen in den kommenden 20 Jahren auf 7,8 Milliarden verdoppeln. Gleichzeitig ging die Zahl der Piloten in den USA seit 1987 um 30 Prozent zurück. In den 1980er Jahren kamen etwa zwei Drittel der Airline-Piloten vom Militär, heute sind es weniger als ein Drittel. Die Navy geht für das Jahr 2020 von zehn Prozent unbesetzten Stellen aus, der Air Force werden 2022 wohl 1.000 Piloten fehlen. Das Problem könnte teilweise gelöst werden, indem schnelle Verkehrsflugzeuge mehr Passagiere in kürzerer Zeit an ihr Ziel bringen.
CO2-Emissionen müssen dringend reduziert werden
Derzeit gilt: Je schneller man fliegt, desto mehr Treibstoff wird verbrannt. Der längste Nonstop-Flug in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt wurde vergangenes Jahr durchgeführt, er dauerte 19 Stunden und führte von Singapur nach Newark in New Jersey. Das Treibstoffsystem des Airbus A350-900 ULR (Ultra-Long Range) musste 24.000 Liter Kerosin zusätzlich aufnehmen, um die Strecke von 9.700 Seemeilen (fast 18.000 Kilometer) zu schaffen.
Zugleich war sich die Airline-Industrie nie zuvor so im Klaren darüber, dass sie ihren CO2-Fußabdruck reduzieren muss – insbesondere angesichts katastrophaler Ereignisse in der letzten Zeit, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Das CO2-Ausgleichs- und Reduktionssystem CORSIA (Carbon Offset and Reduction Scheme for International Aviation) der IATA ist einem CO2-neutralen Wachstum ab 2020 verpflichtet und will die Emissionen bis 2050 auf die Hälfte der Menge von 2005 bringen. Die Herausforderung, mit weniger Treibstoff schneller zu fliegen, hat zahlreiche Projekte angespornt, die an neuen Verbundstoffen und nachhaltigen Treibstoffen für Flugreisen forschen, mit denen die Probleme der Verbrauchseffizienz bei noch schnelleren Flugzeugen gelöst werden könnten.
Die schnellsten Verkehrsflugzeuge der Welt
Wenn Sie in der Zwischenzeit schnellstmöglich an einen bestimmten Ort gelangen wollen, stehen die folgenden Flugzeuge bereit.
Boeing 777 (1.036 km/h)

Die fünftschnellste Maschine ist das im Juni 1995 erstmals vorgestellte, auf Langstrecken ausgelegte Großraumflugzeug Boeing 777 mit zwei Antriebsturbinen. Die aus amerikanischer Produktion stammende B777 ist das größte zweistrahlige Flugzeug der Welt und besonders bei den Airline-Schwergewichten British Airways, United Airlines, Cathay Pacific und Emirates beliebt. Die maximale Kapazität beträgt 396 Passagiere. Die Boeing 777 legt große Distanzen bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0,84 mit Leichtigkeit zurück.
Die 777 ist das meistproduzierte Großraumflugzeug von Boeing und übertrifft sogar die 747. Mit Stand Januar 2019 hatten rund 60 Kunden insgesamt 2.013 Maschinen aller Varianten bestellt (1.584 waren bereits ausgeliefert), seit United Airlines im Jahr 1995 den kommerziellen Betrieb startete. Das Modell ist auch das allererste Verkehrsflugzeug, das vollständig am Computer entworfen wurde. Dabei kam 3D-CAD-Software von Dassault Systèmes und IBM zum Einsatz, mit der Skizzen der 777 angefertigt wurden. Das System war bahnbrechend, da Ingenieure damit in einer Simulation ein komplettes Flugzeug entwerfen konnten. Dies ermöglichte es ihnen, etwaige Störungen zu prüfen und sicherzustellen, dass die zigtausend Teile richtig zusammenpassen, so dass kostenintensive Nachbesserungen am Flugzeug reduziert werden.
Boeing 787 und Airbus A380 (1.049 km/h)


Den dritten Platz teilen sich die beiden Rivalen Boeing und Airbus. Der im Oktober 2011 eingeführte Boeing 787 Dreamliner ist ein mittelgroßes zweistrahliges Langstreckenflugzeug, das Platz für maximal 335 Passagiere bietet und eine Reisegeschwindigkeit von Mach 0,85 erreicht. Die 787 ist 20 Prozent effizienter beim Treibstoffverbrauch als die Boeing 767, die durch sie ersetzt wurde. Das Flugzeug zeichnet sich aus durch ein weitgehend elektronisches Flugsystem, geneigte Flügelspitzen, lärmreduzierende Chevrons (die gezackten Enden der Triebwerksgondeln) und größere Fenster als jedes zivile Flugzeug, das derzeit im Einsatz oder in Entwicklung ist. Sie sind etwa 28 mal 48 Zentimeter groß und weiter oben platziert, so dass die Passagiere einen guten Blick auf den Horizont haben. Seit 2011 soll Boeing 32 Milliarden US-Dollar in das 787-Programm investiert haben. 2018 wurde der Wert einer neuen 787-9 mit 145 Millionen US-Dollar angegeben, 2014 waren es noch 135 Millionen US-Dollar.
Dieselbe Mach-Zahl erreicht auch das doppelstöckige vierstrahlige Großraumflugzeug A380 von Boeings größtem Konkurrenten Airbus. Der in Europa gebaute A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt und kann bis zu 853 Passagiere aufnehmen. Angetrieben von jeweils vier Engine Alliance GP7200 oder Rolls-Royce Trent 900 Turbofan-Triebwerken hat dieser Gigant eine Reichweite von 8.000 Seemeilen (rund 14.800 Kilometer). Das Fluggerät wird hauptsächlich von Emirates eingesetzt (123 Bestellungen) sowie von Singapore Airlines und Lufthansa. Der Boeing 787 Dreamliner ist besonders bei Japan Airlines, Qatar Airways und United Airlines beliebt.
Die Kosten des im Dezember 2000 gestarteten A380-Projekts wurden ursprünglich auf 9,5 Milliarden Euro veranschlagt, stiegen aber im Zuge einer zweijährigen Verzögerung aufgrund von Problemen mit der Elektrik des Flugzeugs auf 18 Milliarden Euro. Der Höhepunkt der A380-Produktion erfolgte 2014 mit 30 Maschinen pro Jahr. Airbus geht inzwischen aber davon aus, dass sich die Investitionen in die Entwicklung des Jets niemals auszahlen werden. Der letzte Airbus A380 soll voraussichtlich 2021 produziert werden.
Boeing 747-400 (1.055 km/h)

Auf dem zweiten Platz befindet sich das vierstrahlige Großraumflugzeug Boeing 747-400. Das meistverkaufte Modell von Boeings 747-Reihe bietet den Fluggesellschaften technologische und strukturelle Verbesserungen gegenüber Vorgängermodellen wie der 747-300. Dazu gehören rund 1,80 Meter große Winglets auf ebenso großen Verlängerungen der Flügelspitzen, ein verglastes Cockpit für zwei Piloten (wodurch der Bordingenieur überflüssig wurde), Triebwerke mit verbesserter Treibstoffeffizienz, ein optionaler Tank in der Höhenflosse sowie verbesserte Verschalungen des Rumpfs und der Tragflächen. Das Innere des Jets kann mit einem verbesserten In-flight-Entertainmentsystem aufwarten und bietet in einer dichten Ein-Klassen-Konfiguration Platz für bis zu 660 Passagiere.
Die neuen Triebwerke – Pratt & Whitney PW4056, General Electric CF6-80C2B1F oder Rolls-Royce RB211-524G/H – verbrauchen weniger Treibstoff, erzeugen mehr Schub und verfügen über die digitale Triebwerksteuerung FADEC (Full-Authority Digital Engine Control). Die 747-400 rast mit einer Geschwindigkeit von Mach 0,855 minimal schneller durch die Lüfte als ihre Wettbewerber. Sie ist seit 1989 im Einsatz, bietet Platz für maximal 660 Passagiere und wird hauptsächlich von British Airways, Qantas und Lufthansa eingesetzt. Da die 747-400 ohne Unterbrechung bis zu 7.670 Seemeilen (gut 14.200 Kilometer) weit fliegen kann, wird sie gerne auf der Langstrecke eingesetzt.
Boeing 747-8i (1.060 km/h)
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Auch das schnellste Fluggerät der Welt gehört zur Boeing-Familie – das Großraumflugzeug Boeing 747-8i. Auch als 747-8 Intercontinental bekannt, verfügt diese superschnelle Maschine über neuentwickelte Flügel und Triebwerke sowie einen verbesserten Rumpf und mehr Effizienz. Sie kann 342 Passagiere befördern, davon acht in der First Class und 92 in der Business Class. Die Boeing 747-8i sprintete 2012 in den Dienst und lässt mit Mach 0,86 alle Wettbewerber hinter sich.
Die 747-8 befindet sich mit dem Airbus A380 in einer Art Promi-Fehde auf der Langstrecke. Boeing sagt, sein Flugzeug sei pro Sitz zehn Prozent leichter und verbrauche elf Prozent weniger Treibstoff pro Passagier als der A380, was die Kosten eines Trips um 21 Prozent reduzieren würde und etwa sechs Prozent niedrigeren Kosten pro Sitzplatzkilometer entspricht.
2017 gab die US Air Force bekannt, dass die derzeitigen Präsidentenmaschinen Air Force One und Air Force Two – beides Boeing 747-200 – durch Boeing 747-8 ersetzt würden, die ursprünglich für die Pleite gegangene russische Airline Transaero gedacht waren. Die Jets werden mit Telekommunikationssystemen und Sicherheits-Equipment nachgerüstet, um sie auf die benötigten Standards eines Präsidenten-Flugzeugs zu bringen.
Ehrenwerte Erwähnung
Boeing hat bereits Pläne, das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt zu bauen, das alles in den Schatten stellt, was die zivile Luftfahrtindustrie bisher kannte. Der Hyperschall-Jet soll in der Lage sein, Mach 5 zu erreichen, also die fünffache Schallgeschwindigkeit beziehungsweise 6.115 km/h. Das bedeutet, dass ein Flug von London nach New York nur zwei Stunden dauert, derzeit sind es etwa sechs Stunden und 45 Minuten.
Ziel sei es, Ozeane hin und zurück an einem Tag überqueren zu können, wofür es Geschwindigkeiten von Mach 5 brauche, so Kevin Bowcutt, Boeings Chefforscher im Bereich Hyperschall, in einem Interview mit Aviation Week.
Unter Berücksichtigung möglicher Rückschläge und Verzögerungen, etwa Anforderungen durch Markt, Aufsichtsbehörden oder Umweltauflagen, hofft Boeing, das Flugzeug vor Ende der 2040er Jahre in Betrieb nehmen zu können. In Vorbereitung auf zivile Hyperschallflüge hat Boeing Entwürfe für einen Militärjet für Aufklärung, Überwachung und Erkundung vorgestellt, der 2023 abheben könnte.
Offenbar hat Boeing Konkurrenz bei der Entwicklung des Überschallflugs. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften entwickelt angeblich Pläne für einen Doppeldecker mit zwei Flügelebenen, der Mach 5 erreichen soll und Passagiere wie Fracht innerhalb von zwei Stunden von Peking nach New York bringen kann – elf Stunden weniger, als die derzeitige Reisezeit.
Bis Über- und Hyperschallflüge zum Standard werden, bieten private Charterflüge Passagieren noch immer die beste Möglichkeit, schnell und bequem zu reisen. Die Cessna Citation X+ ist derzeit der schnellste Privatjet der Welt, die zweikanalig FADEC-gesteuerten Rolls-Royce AE3007C2 Turbofan-Triebwerke können im Vergleich zu den schnellsten Verkehrsflugzeugen die Reisezeiten um Stunden verkürzen.
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